„Nichts kann so beschnitten sein,
dass ihm ein kreativer Geist nicht ein ganzes Spektrum an neuen Aspekten entlocken kann.
So der Komponist Tom Sora.“

Reinhard Schulz

screenshot von 3 angriffe plus Notenbilder

GRUPPENZWÄNGE (2011)

für Streichtrio

Einzelnes Werk

Um wieder zur Werkliste zu gelangen, klicken Sie bitte auf den Menupunkt "Kompositionen"

VIDEO A: GRUPPENZWÄNGE für Streichtrio

• Zu sehen/hören:
Die Kombination einer live-Aufnahme und einer Komputer-version
• Foto zu Beginn: Trio Coriolis
Um das video zu stoppen:
Klicken Sie ein mal in den Film hinein.




VIDEO B: GRUPPENZWÄNGE - reine Computer-Variante

• Zu sehen: Der Ablauf des Stücks im Fenster des
Kompositionsprogramms "graphic composer"
• Zu hören: Die Komputer-Aufnahme (mp3) aus demselben Programm
Um das video zu stoppen:
Klicken Sie ein mal in den Film hinein.

Vorwort der Partitur von Gruppenzwänge für Streichtrio:

In diesem Stück beschäftige ich mich mit der Thematik der gesellschaftlichen Konformität - die bekanntermassen eine Konstante ist:

Ein grundlegendes Charakteristikum von Gruppenzwänge ist, dass die Violine, die Viola und das Cello meistens im selben Rhythmus und melodisch sehr dicht gebündelt spielen.

Die eingeschränkte Autonomie der drei Partien ergibt das genaue Gegenteil einer Polyphonie. Man kann sagen, dass sich durch diese strukturelle Eigenart die Situation eines Gruppenzwangs illustrieren lässt.

Tom Sora: Gruppenzwänge für Streichtrio, Seite 1 der Partitur
Gruppenzwänge, Seite 1 der Partitur (Foto: Tom Sora)

Anmerkungen zum unteren Film in der linken Spalte (Video B):

Das zentrale Thema dieses Videos ist zwar das Stück Gruppenzwänge, jedoch wird es in einer reinen Computer-Version gezeigt: Sowohl der Ton, als auch das Visuelle sind vom Computer erzeugt. Was ist der Sinn dieses Films?

Auf diese Frage wird der folgende Text antworten. Es ist genau derselbe Text, der auch im Verlauf des Films, als Untertitel gezeigt wird:

Gruppenzwänge ist für Streichtrio konzipiert und nicht für den Computer, die Musik habe ich aber - wie alle meine Stücke der letzten Jahre - mit Hilfe des Computers erarbeitet. Um einige Aspekte meiner Arbeitsweise zu präsentieren, zeige ich hier die reine Computer-Variante.

In diesem Video sieht man die Arbeitsoberfläche des Programms "graphic composer", mit dem ich seit einigen Jahren arbeite.

Ganz zu Beginn der Arbeit an einem Stück gebe ich Noten mit der Maus in die graphische Arbeitsoberfläche des Programms ein. Sobald ich einen individualisierten klanglichen Kern erstellt habe, entwickle ich die Musik in die Breite und achte dabei sehr auf ihre Kohärenz.

Ich arbeite sehr lang an einem Stück. Dabei führe ich eine Art Tagebuch des Kompositionsprozesses: Sobald im Verlauf der Arbeit die Veränderungen signifikant genug sind, speichere ich das Erreichte als neue Datei. (Alle die auf diese Weise entstandenen Dateien sind vom selben Typus wie diese hier.) Alle diese Dateien sammle ich in einem Ordner. Das ist mein Tagebuch.

(... und für jede meiner Kompositionen führe ich ein solches Tagebuch.)

Dieses Tagebuch (wie auch alle meine anderen Kompositions-Tagebücher) illustriert punktuell den langfristigen Erfindungs-Prozess des Stücks.

Für Gruppenzwänge habe ich zwischen dem 10. Januar 2010 und dem 13. August 2011 178 Tagebuch-Einträge. Diese 178 Tagebuch-Dateien (die, wie gesagt, so aussehen wie diese) dauern zusammen ca. elf Stunden.