„Nichts kann so beschnitten sein,
dass ihm ein kreativer Geist nicht ein ganzes Spektrum an neuen Aspekten entlocken kann.
So der Komponist Tom Sora.“

Reinhard Schulz

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20 TÖNE (1993-97)

Neun Kompositionen für Kurbelspieluhr oder Disc-Klavier

Werkgruppe

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Die Kompositionsgruppe 20 Töne (9 Kompositionen für Kurbelspieluhr) von 1993-97 ist das op. 1 von Tom Sora. Es ist eine Art Mikrokosmos in der Welt der Spieluhr, ein Instrument das einerseits sehr viel kann, andererseits sehr wenig. (Es hat einen Tonumfang von nur 2,5 Oktaven, ist in reinem C-Dur gestimmt und hat eine einzige Klangfarbe/Lautstärke. Dafür kann es sehr komplexe und vielfältige musikalische Strukturen zum Erklingen bringen.)

Jedes dieser neun Stücke ist sowohl strukturell, als auch „inhaltlich“ ein Unikat. So ist z.B. das vierte, Wechselspiele, eine Oper in Miniatur für Sopran, Bariton und Spieluhr. Das „Libretto“ ist das Alfabet.

Kurbelspieluhr (Foto: Michael Wladarsch, 84Ghz)
Kurbelspieluhr (Foto: Michael Wladarsch, 84Ghz)

Sie können über jedes der neun Stücke dieses Zyklus für Kurbelspieluhr (oder Disc-Klavier - siehe text rechts) mehr erfahren:

  1. 1) Texturen (1993)
  2. 2) Ohne Titel 1 (1993)
  3. 3) Eingefangenes Monument (1994)
  4. 4) Wechselspiele (mit 2 Stimmen) (1994)

  5. 5) Ohne Titel 2 (1995/98)
  6. 6) Tradiertes Material (1995)
  7. 7) Unterbrochene Bänder (1995)
  8. 8) Unterbrochenes Band (1996)
  9. 9) Diskontinuität und Überblendung (1996)

Warum habe ich für Spieluhr komponiert?


Eine Kurbelspieluhr mit 20 diatonischen Tönen habe ich das erste Mal 1993 bei einem Freund gesehen. Kurze Zeit danach bekam ich das selbe Spieluhr-Modell zu Weihnachten geschenkt und habe begonnen, dafür zu komponieren.

Dabei entdeckte ich, dass man mit einem so kleinen und einfachen Instrument sehr komplexe und vielfältige musikalische Strukturen zum Erklingen bringen kann. Es kann Rhythmen und Klanggewebe erzeugen, die von Musikern nie realisiert werden können.

Gleichzeitig aber ist es - im Gegensatz zum Computer, der "alles" kann - sehr beschränkt: Nur 2,5 Oktaven in reinem C-Dur und eine einzige Klangfarbe/Lautstärke.

Dieses Instrument kann also einerseits sehr viel, andererseits sehr wenig. Gerade sein widersprüchlicher Charakter hat mich dazu verleitet, mich intensiv damit zu beschäftigen.

So entstand der Zyklus 20 Töne.

Der Zyklus 20 Töne existiert aber auch in einer
Fassung für Disc-Klavier oder player piano

Der Anlass zur Disc-Klavier-Version war ein Konzert im Deutschen Museum, München, als auch die Komposition Perfekte Kongruenz für Disc-Klavier auf einem Yamaha-Konzert-disc-Flügel aufgeführt wurde.

Mit dieser Gelegenheit habe ich mehrere Stücke aus 20 Töne als normale Partitur umgeschrieben und anschliessend als MIDI-Datei vom Disc-Klavier aufführen lassen. Im Anschluss habe ich die Stücke - bis auf Wechselspiele so bearbeitet.

Es existiert das Angebot von Wolfgang Heisig, die Stücke mit der Phonola aufzuführen. Dafür werden dieselben MIDI-Dateien eingesetzt, wie für das Disc-Klavier.

Falls Sie detaillierte Informationen zum gesamten Zyklus 20 Töne haben möchten, können Sie den Artikel ...eine Einladung zum selbständigen Denken - zur Musik von Tom Sora von Michael Zwenzner lesen. (Der Artikel ist ebenfalls über den Menu-Punkt "Texte" zu erreichen.)

Tom Sora: 20 Töne, Titelseite (Handschrift)
20 Töne, Titelblatt (Foto: Tom Sora)